[Rezension] Ihr mich auch – Pia Herzog

Inhalt:

Lu ist ziemlich angenervt – von ihrer Mutter, von den Jungs in ihrer Klasse, von der Schule. Nicht mal beim Boxtraining wird sie ihre Wut los. Der Einzige, mit dem sie klarkommt, ist Rhys, aber der zählt ja nicht wirklich. Als Lu und die eigensinnige Viola aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen. Und ausgerechnet mit der soll Lu nach Mallorca fliegen?!

Quelle: Südpol Verlag

Buchinfos:

Ihr mich auch* | Autor: Pia Herzog | Seiten: 208 | Einband: gebunden | Erschienen am: 28.02.2019 | ISBN: 978-3-943086-93-5 | Preis (D): 14,90 | Verlag: Südpol

Meine Meinung:

Ihr mich auch – Das denkt sich auch Lu und färbt sich gleich zu Beginn der Geschichte die Haare mit der frisch geklauten Farbe aus dem Drogeriemarkt knallpink. Doch die ganze Aktion hat eher weniger mit einer Mutprobe zu tun, sondern viel mehr mit einer offensichtlichen Rebellion. Lu und ihre Mutter leben in spartanischen Verhältnissen und Freunde hat sie keine. Außer Rhys – ihren unsichtbaren Freund, auf den Lus Mutter leider gar nicht gut zu sprechen ist. Dabei ist Rhys eigentlich ganz in Ordnung… Als ihre Mutter dann einen neuen Job annimmt und auf die verwöhnte Viola aufpassen soll, die bei einem Unfall einen Arm, ein Auge und ihre Mutter verloren hat, bringt dies das Fass zum überlaufen. Lu geht auf die Barrikaden und rasselt nicht nur mit ihrer Mutter, sondern auch mit Viola aneinander.

Lu befindet sich mitten und der Pubertät und das merkt man von Anfang an. Sie ist kratzbürstig und es scheint als wäre ihr der Spruch “Ich bin dafür, dass wir dagegen sind” auf die Stirn tätowiert worden. Nichtsdestotrotz hat mir Lu unheimlich gut gefallen und ich habe mich sehr gut mit ihrem Verhalten identifizieren können. Dieses spiegelt nämlich perfekt das Durcheinander eines Heranwachsenden wieder und dank des leichten und unbeschwerten Schreibstils ist das Buch auch noch unheimlich unterhaltsam und humorvoll.

Die Herangehensweise an das Thema Erwachsenwerden ist zwar etwas gewöhnungsbedürftig, aber dennoch interessant. Lus unsichtbarer Freund Rhys scheint ihr Fels in der Brandung zu sein, während ihre Mutter sich ernsthafte Sorgen macht, da Rhys einen so hohen Stellenwert in Lus Leben einnimmt. Sie braucht ihn einfach, um mit sich und den Veränderungen klarzukommen. Doch dann kommt Viola und Lu ist die einzige, die ihr nicht mit Mitleid entgegentritt. Es entsteht eine ganz besondere und am Anfang noch holperige Freundschaft, die auch Rhys nach und nach in den Hintergrund treten lässt.

Mir hat dieser ungewöhnliche Gedanke mit dem unsichtbaren Freund, von dem man manchmal dachte er wäre wirklich da, gut gefallen. Dieser Punkt macht die Geschichte zu etwas ganz Besonderem und hilft ihr dabei, sich von anderen Jugendbüchern dieser Thematik abzugrenzen. Und auch die Sache mit Viola tut ihr übriges. Knallhart, aber nicht unsensibel kommt auch sie wieder im Leben an und schafft es wie Lu, ihren Weg zu finden.

Bewertung:

Rotzfrech, knallhart, knallpink – das ist Lu. Ein tolles, humorvolles Buch über die Problematiken des Erwachsenwerdens und das Finden einer wunderbaren Freundschaft.

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