[Rezension] Das tiefe Blau der Worte – Cath Crowley

Inhalt:

Rachel und Henry waren mal beste Freunde und verbrachten Tage und Nächte in der gemütlichen Buchhandlung von Henrys Familie. Bis Rachel aus der Stadt wegzog und Henry einen Liebesbrief hinterließ – während Henry mit Amy unterwegs war. Nun ist Rachel zurück und arbeitet wieder in der Buchhandlung, zusammen mit Henry, den sie am liebsten nie wiedersehen würde. Und während sich im Laden Dramen ereignen und Liebespaare finden, geben sie einander wieder Halt in einer Welt, in der es zum Glück Bücher gibt. Und Worte. Und eine zweite Chance.

Eine wunderschöne Geschichte über Freundschaft, Liebe und Bücher!

Quelle: Carlsen

Buchinfos:

Das tiefe Blau der Worte* | Autor: Cath Crowley | Seiten: 400 | Einband: Hardcover | Erschienen am: 21.03.2018 | ISBN: 978-3-551-58372-7 | Preis (D): 17,99€

Meine Meinung:

Es gibt Bücher, um die man einfach nicht herumkommt und Das tiefe Blau der Worte ist so ein Buch. Ein Buch, dass das Lesen feiert und die Liebe zu vor allem kleinen, schnuckeligen Buchhandlungen zum Ausdruck bringt.

Henrys Familie besitzt so eine kleine süße Buchhandlung, die sich auf alte Schätzchen spezialisiert hat. So ist das Ganze wohl eher eine Leidenschaft, als ein profitables Geschäft. Henry und seine beste Freundin Rachel haben Tag und Nacht in der Buchhandlung verbracht, bis Rachel wegzog und Henry zwar einen Brief hinterließ, der ihn aber nie erreicht hat. Einige Jahre später ist Rachel wieder zurück und die einzige Möglichkeit etwas Geld zu verdienen ist ein Job in der Buchhandlung von Henrys Familie. Die beiden müssen unweigerlich wieder aufeinander zugehen und merken letztlich sogar, dass ihre Freundschaft nie ganz weg gewesen ist.

Das Setting dieses Buches ist einfach ein Traum. In der schnuckeligen Kleinstadt habe ich mich direkt wohlgefühlt und die Buchhandlung von Henrys Familie war definitiv das Highlight in dieser Geschichte. Nicht nur, weil man als Buchliebhaber gerne in Buchhandlungen stöbert und dort nahezu zu Hause ist, sondern auch, weil dieser Laden etwas ganz Besonderes ist. Die vorhandene Briefbibliothek ist ein wahr gewordener Traum eines jeden Buch- und Schreibfans und wird von der Autorin so toll und detailliert beschrieben, dass man das Gefühl hat, selbst dort zu stöbern.

Die Auswahl der Charaktere für dieses Buch erinnert stark an eine typische Teenie-Story. So gibt es den Jungen (Henry) der einem Mädchen nachrennt, das ihn eigentlich gar nicht verdient hat. Eine Schulzicke (Amy) die sich nichts aus den Gefühlen und Belangen der anderen macht und die beste Freundin (Rachel), die einfach ab- und nach Jahren als völlig anderer Menschen wieder auftaucht. Komplettiert wird das Ganze durch ein paar gute Freunde und Familienmitglieder, die versuchen die Hauptcharaktere in die richtige Bahn zu lenken.

Henry und Rachel haben mir gut gefallen, ganz warm geworden bin ich mit ihnen aber nicht. Ebenso konnte mich die Handlung einfach nicht überzeugen. Das Buch gestaltet sich sehr ruhig, vorhersehbar und wenig spannend. Nebenbei werden ernste Themen wie Trauerbewältigung und Depressionen angesprochen, was ja erstmal nicht schlecht ist. Vielleicht liegt es auch an mir und an den Dingen, die mich im Moment beschäftigen, aber das Buch hat mich eher runtergezogen als berührt und unterhalten.

Leider dauert es auch unwahrscheinlich lange, bis Henry und Rachel endlich merken was sie füreinander empfinden. Das verpasst der ruhigen und manchmal melancholischen Stimmung einen weiteren Dämpfer. Es tut mir fast schon weh, dass ich das Buch nicht besser bewerten kann, aber die Story und die Charaktere, ja selbst die Anspielungen auf Klassiker und Bestseller, konnten mich nicht wirklich überzeugen.

Ich kann mir gut vorstellen, dass dieser eigentlich schöne Titel bei manchen Lesern zu Gefühlen ganz großer Liebe führt – bei mir leider nicht.

Bewertung:

Die ruhige, unspektakuläre Story konnte mich leider nicht in seinen Bann ziehen, obwohl der Autorin die Liebe zum Wort und zu den Büchern absolut anzumerken ist.

 

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