[Rezension] Jaguarkrieger – Christiane Ziegler

Inhalt:

Der große Krieg liegt mehr als 20 Jahre zurück. Berlin ist weitgehend zerstört und atomar verseucht. Der 16-jährige Will schlägt sich als illegaler Computerspieler durch. Er ist Anführer der Jaguarkrieger, einem erfolgreichen Gamer-Clan. Als ihn die Sicher­heitsbeamten aus Sektor 1 in die Enge treiben, muss Will in die aufgegebenen Gebiete fliehen. Doch die Jagd auf ihn geht weiter, bis er sich dem Kampf stellt …

Quelle: Südpol Verlag 

Buchinfos:

Jaguarkrieger* | Autor: Christiane Ziegler | Seiten: 352 | Einband: gebunden | Erschienen am: 29.08.2018 | ISBN: 978-3-943086-80-5 | Preis (D): 18,90€ | Verlag: Südpol Verlag

Meine Meinung:

Mehr als 20 Jahre liegt der große Krieg schon zurück und nur den Menschen in Sektor 1 geht es gut. Sie leben in Wohlstand, sind gesund und haben einen Job. Will gehört nicht zu ihnen – nicht mehr. Einst war auch Will ein Bewohner von Sektor 1, bis seine Eltern ihn umgetauscht haben. Denn Will ist genmanipuliert und seine DNA wurde genau nach den Wünschen seiner Eltern verändert, bevor man seiner Mutter die befruchtete Eizelle eingepflanzt hat. Da Will aber nicht so geworden ist, wie sein Vater es sich erhofft hat, hat er Will an Optigenio zurückgegeben. Seit dem ist er ein sogenannter Rückläufer und ständig auf der Flucht. Er verdient sein Geld als Gamer in einem Clan und ist dabei sogar sehr erfolgreich. Doch dann kommt Optigenio ihm auf die Schliche und Will muss sich überlegen, ob er ein Leben auf der Flucht führen oder sich dem Kampf mit dem Gegner stellen will.

Ich bin ein großer Fan von Dystopien und so hat mich Jaguarkrieger natürlich unheimlich neugierig gemacht, denn das Buch spielt in und um Berlin, 20 Jahre nach dem großen Krieg. Und so wie man sich das Ganze nun vorstellt, beschreibt die Autorin nun auch das Setting. Einzig und allein Sektor 1 strahlt so etwas wie Wohlstand aus. Die Gebiete drumherum werden immer ärmer und zerfallener, je weiter sie von Berlin weg sind. Es gibt Slums, stillgelegte Fabriken und die abgelegenen Gegenden mit geplünderten und leerstehenden Häusern, die sicher einst mal zu einer tollen Wohngegend gehörten.

Alleine durch das Setting kam bei mir beim Lesen immer wieder eine leicht düstere und angespannte Stimmung auf, was meiner Meinung nach perfekt zur Story hinter diesem Buch passte. Ständig ist man auf der Hut und glaubt von Optigenio verfolgt zu werden.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und einfach zu lesen und aufgrund der Thematik baut sich natürlich schnell ein gewisser Spannungsbogen auf. Neben Wills Flucht gibt aber auch andere Dinge, die das Buch durchaus spannend machen. Was genau macht Optigenio eigentlich, was stimmt mit Will nicht und was möchte Optiogenio eigentlich von ihm? Fragen über Fragen, die sich aber alle bis zum Ende aufgeklärt und mich so bei der Stange gehalten haben.
Besonders interessant war auch, dass einige Kapitel aus Sicht des Jägers geschrieben sind und man somit Einblick in eine andere Gedankenwelt erhalten hat. Mit diesem Punkt hat die Autorin auf jeden Fall für fesselnde Wendungen gesorgt – so viel kann ich auch verraten.

Die Buchidee mag zunächst etwas makaber erscheinen, ist aber letztlich irre spannend. Anders als mach nach dem Klappentext vielleicht denkt, spielt das Gamer-Dasein von Will nämlich nur eine kleine untergeordnete Rolle in diesem Buch. Vielmehr geht es um Will und seine Genmanipulation. Ein Aspekt, den ich irgendwie spannend fand, auch wenn er ethisch vielleicht nicht vertretbar ist. So gehen auch die verschiedenen Charaktere dieses Buches ganz unterschiedlich mit diesem Punkt um. Mehr dazu lest ihr aber am besten selbst nach.

Zu guter Letzt kann ich nur sagen, dass ich Will als Charakter wirklich mochte und das er, obwohl er es selbst nicht glaubt, ein paar tolle und ehrenhafte Charakterzüge hat.
Insgesamt regt das Buch zum Nachdenken. Ein Kind nach Wunsch? Das ist eine Sache, die ja gar nicht so an den Haaren herbeigezogen ist, wenn man sich die technischen Fortschritte heutzutage mal ansieht. Oder gibt es Menschen, die aus welchen Gründen auch immer, weniger wert sind als andere? Diese und ähnliche Fragen lassen sich zwischen den Zeilen finden und wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass Jaguarkrieger einige wichtige Aussagen und eine tiefergehende Botschaft parat hält, die sich aber eher nebenbei erschließen lassen.

Bewertung:

Dieses Buch mit spannend-dystopischem Hintergrund hat mich vollkommen überrascht. Schaut es euch unbedingt mal an!

 

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