[Rezension] Die tausend Teile meines Herzens – Colleen Hoover

Inhalt:

Stell dir vor, du triffst den Mann deiner Träume – und dann findest du heraus, dass er der eine ist, in den du dich nicht verlieben solltest…

Beim Shoppen in der Stadt lernt die siebzehnjährige Merit den überaus attraktiven Sagan kennen und verliebt sich so heftig in ihn, dass sie ihren sonstigen Schutzpanzer fallen und sich schon bei der ersten Begegnung von ihm küssen lässt. Ein fataler Fehler – denn leider stellt sich ziemlich schnell heraus, dass Sagan für Merit absolut off limits ist, weil er ihrer an versteckten Geheimnissen ohnehin reichen Familie näher steht, als sie ahnte.

Damit nicht genug: Anstatt ihr aus dem Weg zu gehen, bereichert Sagan in der folgenden Zeit das vielköpfige Elternhaus von Merit mit seiner täglichen Anwesenheit. Das aber führt das ohnehin schon chaotische Familienleben völlig ad absurdum – und stürzt Merit in eine tiefe persönliche Krise.

Quelle: dtv

Buchinfos:

Die tausend Teile meines Herzens* | Autor: Colleen Hoover | Seiten: 352 | Einband: Klapperbroschur | Erschienen am: 26.10.2018 | ISBN: 978-3-423-74041-8 | Preis (D): 14,95€ | Verlag: dtv

Cover:

Ich finde das Cover wieder sehr gelungen. Der schlichte, weiße Stil gefällt mir gut.

Meine Meinung:

Ich liebe die Bücher von Colleen Hoover und habe bei jedem einzelnen geheult wie ein Schlosshund. Bei einigen sogar schon beim Prolog und das will was heißen. Mit dementsprechend hohen Erwartungen bin ich dann also an dieses Buch herangegangen und wurde leider zum ersten Mal in meiner Hoover-Laufbahn absolut enttäuscht. Ich habe mit einer schönen und vielleicht auch etwas traurigen “verbotenen” Liebesgeschichte gerechnet, doch es kam ganz anders. Merit und Sagan lernen sich in einem Antiquitätenladen kennen und küssen sich direkt im Anschluss draußen vor der Tür. Merit ist hin und weg von Sagan, findet aber schnell heraus, dass sie die Finger von ihm lassen sollte. Merit glaubt, dass Sagan mit ihrer Zwillingsschwester Honor zusammen ist und damit beginnt das Chaos der Geschichte. Die von mir erhoffte Liebesgeschichte wurde leider nicht so thematisiert wie erwartet. Stattdessen habe ich eine völlig verwirrende Familienkonstellation vorgefunden, die für mich einfach absolut unrealistisch war und auf die ich mich nicht richtig einlassen konnte.

Merits Familie lebt in einer alten Kirche, die der Vater aus Eigennutz und Rache aufgekauft hat. Ihre Mutter ist ein gesundheitliches Wrack, das seit Jahren nicht den Keller verlassen hat, während ihr Ex-Ehemann über ihr mit seiner neuen Frau/Familie haust. Als wäre das nicht schon genug, zieht auch noch ein fremder Typ ein und ein unerwünschtes Familienmitglied wirbelt das Ganze noch mehr auf. Ich weiß, dass Colleen Hoover einen Hang zur Dramatik hat und meist gefiel mir dies in ihren Büchern immer besonders gut, da es für die emotionalen Momente gesorgt hat. Aber das hier erschien mir einfach zu sehr an den Haaren herbeigezogen.

Ausgehend von dieser Situation entwickelt sich eine Geschichte, die mit der angepriesenen Liebesgeschichte nicht mehr ganz so viel zu tun hat. Zwar geht es hier und da um Merit und Sagan und die beiden nähern sich auch an, aber das Familienleben und Merits “Hass” auf die einzelnen Mitglieder steht mehr im Vordergrund als alles andere. Letztlich behandelt die Autorin in diesem Buch ein sensibles Thema. Es geht um depressive Erkrankungen, um verschiedene Arten der Wahrnehmung und darum, dass jeder Mensch eigentlich etwas hat und keiner wirklich normal ist. Eine wirklich schöne Botschaft, die meiner Meinung nach absolut schlecht umgesetzt wurde. Die erste Hälfte des Buches zog sich wie Kaugummi, wobei ich fairerweise sagen muss, dass es zum Ende hin etwas besser wurde.

Leider bin ich aber mit Merit auch überhaupt nicht zurechtgekommen. Ich konnte ihren Hass, ihre Einstellung und ihr Verhalten erst ganz zum Schluss, mit Aufklärung des Buches, nachvollziehen und das war einfach zu spät. Daher fand ich sie leider absolut unsympathisch, unreif und unverantwortlich, negativ und runterziehend. Und auch den anderen Charakteren konnte ich nicht viel abgewinnen, da das Buch ja aus Sicht von Merit geschrieben ist und ich die Figuren demnach nicht von einer anderen Seite kennenlernen konnte. Sagan war mir als einziger ein wenig sympathisch, obwohl ich die Beziehung der beiden leider als wenig emotional und mitreißend empfunden habe.

Zu guter Letzt hat mich auch das Setting nicht überzeugen können. Ich habe mich in der Kirche und in dieser Familienkonstellation absolut unwohl gefühlt. Der Funke ist einfach nicht übergesprungen.

Als Hoover-Fan bricht es mir schon fast das Herz, dass ich dieses Buch so zerreißen muss. Die Thematik des Buches fand ich toll überlegt, die Umsetzung war für mich persönlich eine absolute Katastrophe. Geschmäcker sind verschieden, daher bin ich mir sicher, dass meine schlechte Meinung nur eine Ausnahme ist. Also lest doch am Besten selbst mal rein.

Bewertung:

Obwohl ich großer Hoover-Fan bin muss ich gestehen, dass dieses Buch eine absolute Enttäuschung war – Schade!

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