[Rezension] Der Welten-Express

Inhalt:

*** Eine atemlose Reise, angetrieben von Kohle, Dampf … und Magie! Willkommen im WELTEN-EXPRESS! ***

BAND 1: Nacht für Nacht sitzt die schüchterne Flinn Nachtigall am stillgelegten Bahnhof von Weidenborstel, dem Ort, wo zwei Jahre zuvor ihr Bruder verschwand. Bis eines Abends ein Zug herbeirollt, mit einer gewaltigen, rauchspuckenden Lokomotive. Und Flinn … … stürzt als blinde Passagierin in das Abenteuer ihres Lebens! Denn der Zug ist der Welten-Express, ein fahrendes Internat voller außergewöhnlicher Kinder, angetrieben mit magischer Technologie. Ein Ort, in dem Flinn Freunde findet – und Feinde. Denn der Welten-Express birgt mehr Geheimnisse, als sie sich je hätte träumen lassen … ***

Quelle: Carlsen

Buchinfos:

Der Welten-Express | Autor: Anca Sturm | Serie: Der Welten-Express #1 | Seiten: 384 | Einband: Hardcover | Erschienen am: 31.08.2018 | ISBN: 978-3-551-65411-3 | Preis (D): 14,99€ | Verlag: Carlsen | Hier kaufen**

Cover:

Das Cover lädt zum Träumen ein. Es ist in verschiedenen Blaunuancen gehalten und deutet einen Sternenhimmel an. Über eine Brücke fährt der Welten-Express davon und man bekommt gleich Lust, selbst dort an Bord zu gehen. Im Vordergrund stehen die wichtigsten Charaktere des Buches, während überall auf dem Cover verteilt Symbole und Gegenstände zu finden sind, die eine wichtige Rolle innerhalb der Geschichte spielen. Mir gefällt das Cover richtig gut und ich besonders von der gold-schimmernden Schrift angetan.

Meine Meinung:

Vor 2 Jahren ist Flinns Bruder plötzlich verschwunden und seitdem sitzt sie Abend für Abend am verlassenen Bahnhof von Weidenborstel, in der Hoffnung eine Spur von Jonte zu finden. Eines Abends rollt ein Zug vorbei und ehe Flinn es sich anders überlegen kann, geht sie als blinder Passagier an Bord. Wenn sie nur wüsste, wo sie da gelandet ist… Der Zug ist nämlich keine einfache Lokomotive, sondern der Welten-Express. Ein fahrendes Internat, angetrieben von magischer Technologie. Flinn ist sich sicher, dass Jonte vor zwei Jahren auch in den Zug gestiegen sein muss. Aber wo ist er nun? Sie begibt sich auf die Suche und stößt dabei auf das eine oder andere Geheimnis, findet Freunde und auch Feinde. Wird Flinn Jontes Verschwinden auf die Schliche kommen?

Auf den Welten-Express habe ich mich schon seit der Leipziger Buchmesse gefreut. Ich konnte es kaum erwarten einzusteigen und mich den Geheimnissen des Zuges zu stellen. Gerade für Potterfans wurde das Buch als ein Must-Have angepriesen, wobei ich mir natürlich gleich sicher war, dass es Harry und der Hogwarts-Welt nicht den Rang ablaufen würde. Mit Internatsbüchern konnte man mich allerdings schon immer packen und da ich bereits ein Buch gelesen habe, in dem ebenfalls ein fahrendes Internat eine Rolle spielt, war ich nun sehr gespannt auf den Welten-Express.

Zu Beginn ist mir gleich aufgefallen, dass dieses Buch wirklich eine magische und fantastische Aura versprüht. Man konnte die Geheimnisse und das Flirren der Magie nahezu spüren. Da war ich natürlich gleich angefixt. Und auch das seltsame Verschwinden von Flinns Bruder Jonte hatte meine Neugier geweckt. Weidenborstel, Flinns Heimat, erschien mir recht trostlos und öde. Dafür konnte mich das Leben im Welten-Express umso mehr begeistern. Die Autorin hatte viele wunderschöne, kleine Ideen, die das Setting ganz zauberhaft gemacht haben. Immer wieder gab es etwas Neues zu entdecken, nie wurde es langweilig.

Während mich der Aufbau des Welten-Expresses wirklich fasziniert hat, hatte ich mit den Charakteren leider so meine Probleme. Erstaunlicherweise haben mich nämlich die Nebencharaktere mehr gefesselt, als die Protagonistin selbst. Flinn war irgendwie nichts Besonderes. Ich hatte hinter ihrer Figur ein wenig mehr erwartet und mir fiel es schwer, mich mit ihr zu identifizieren. Sympathischer waren mir dagegen ihre Freunde Fedor, Kasim und Pegs, die zumindest ein wenig mehr Tiefgang, mehr Ecken und Kanten und mehr Charakter hatten. Flinn war leider, wie ihr Name schon andeutet, nichts Halbes und nichts Ganzes und ich konnte sie als Person nicht auf eine Seite zuordnen. Das betrifft jetzt gar nicht das Geschlecht, sondern vielmehr ihre Denkweise, ihre Einstellung und ihr Handeln. Manches erschien mir einfach suspekt und unlogisch. Ebenso war es mit den Lehrern. Einige haben mir gut gefallen, wie zum Beispiel Schulleiter Daniel, den ich trotz seines jugendlichen Benehmens einfach sympathisch fand. Andere, wie Madame Florett, konnte ich einfach nicht ernst nehmen. Insgesamt wirkte die ganze Lehrerschaft vollkommen mysteriös und unreif und ich hätte mir zumindest eine wirklich erwachsen-agierende Figur gewünscht.

Die Idee des fahrenden Internates war für mich jetzt nichts Neues. Ich fand sie in diesem Buch aber toll umgesetzt und liebevoll durchdacht. Ich hatte wirklich Spaß mit der Geschichte und habe mich an den kleinen magischen Entdeckungen erfreut. Auch der Punkt mit der magischen Technologie hat es mir wirklich angetan und ich bin schon ganz gespannt darauf, mehr darüber zu erfahren. Doch auch wenn diese Dinge ganz toll waren, hat mir leider so einiges im Hintergrund gefehlt. Vieles wird nur oberflächlich angekratzt und besonders über Flinns familiäre Situation erfährt man überhaupt nichts. Das war ganz besonders schade, denn ich hätte gerne verstanden, warum Flinn wenige Liebe erfahren hat, in Weidenborstel immer alleine war und warum ihre Mutter sich nicht um ihre Kinder kümmert.

Letztlich hat mich das Buch nicht ganz überzeugen können, dabei fand ich die Idee einfach nur zauberhaft. Ich konnte mir die Waggons des Zuges bildlich vorstellen und irgendwie war es beim Lesen schon so, als säße man mittendrin. Und auch das Reisen durch die verschiedenen Länder und das Anlegen an den verschiedensten Bahnhöfen hat mich wirklich gefesselt. Nichtsdestotrotz ist der Funke nicht ganz übergesprungen. Die Geschichte war in gewisser Weise schon spannend, plätschert aber häufig vor sich hin. Vielleicht hatte ich aber auch einfach nur dieses Gefühl, weil man als Leser eben verdammt wenig erfahren hat und viele Dinge einfach nicht aufgeklärt wurden.

Am Ende weiß ich nun nicht, ob ich einfach zu viel nachgedacht habe und zu viel auf einmal wissen wollte… Oder ob ich mich zu sehr von der Empfehlung für Harry-Potter-Fans habe leiten lassen, denn ich habe einfach mehr erwartet. Doch vielleicht war dieser langsame Einstieg in die Trilogie ja auch so gewollt. Das Buch ist nämlich keineswegs schlecht, hat definitiv Potential und ist einfach nur anders als erwartet. Ich stehe nun richtig zwischen den Stühlen, denn einerseits mochte ich diese heimelige Stimmung im Inneren des Zuges, während mich anderseits manches gestört hat.

Insgesamt haben mich Atmosphäre, Buchidee und der Wunsch nach weiteren Informationen aber so angestachelt, dass ich den nächsten Band auf jeden Fall lesen möchte. Nun weiß ich ja auch, was mich erwartet und kann mit anderen Erwartungen an das Buch herangehen.

Bewertung:

Die Geschichte um den Welten-Express konnte mich leider nicht vollends überzeugen, obwohl ich großer Fan der Buchidee bin, das Setting wundervoll und die magischen Elemente wirklich klasse fand. Es steckt auf jeden Fall viel Potential in der Idee und das Manko waren meiner Meinung nach die Charaktere und die fehlenden Informationen, die ich mir so sehnlichst gewünscht hätte. Der Welten-Express ist auf jeden Fall einen Blick wert und wird all diejenigen begeistern können, die ohne Vergleich und hohe Erwartungen an das Buch herangehen – Denn eigentlich steckt hinter dem Buch eine wunderschöne, magische Geschichte, die vielleicht im Zusammenspiel einfach nur noch nicht ganz ausgereift ist.

 

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2 comments

  1. Anja says:

    Hallöchen Sara,

    vieles an deiner Rezension hört sich absolut toll an und das freut mich richtig, denn das Buch steht in nächster Zeit auch bei mir zum Lesen an =). Ich versuche mit nicht zu hohen Erwartungen an die Sache ranzugehen, wobei das echt schwer fällt =). Ich bin schon sehr gespannt auf diesen Auftakt! Ein bisschen Magie im alltag kann doch nicht schaden =)

    LG
    Anja

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