[Rezension] Everless – Zeit der Liebe – Sara Holland

Inhalt:

Stell dir vor, du lebst in einer Welt, in der Zeit das kostbarste Gut ist. In der die Reichen von der Zeit der Armen leben und dein eigener Vater seine Lebenszeit opfert, um dich zu retten.
Stell dir vor, du musst der Familie dienen, die dein Leben zerstört hat.
Stell dir vor, dass dein eigenes Herz dich belügt – und im Geheimen den Mann liebt, den du am allermeisten fürchtest.
Stell dir vor, du bist der Schlüssel, denn die Zeit gehorcht dir.
Und dein Schicksal entscheidet sich genau jetzt!

Eine fesselnde und einzigartige Geschichte über Liebe, Verrat und die Macht der Zeit.

Quelle: Oetinger

Buchinfos:

Everless – Zeit der Liebe* | Autor: Sara Holland | Serie: Everless #1 | Seiten: 384 | Einband: gebunden | Erschienen am: 19.02.2018 | ISBN: 978-3-7891-0864-8 | Preis (D): 18,00€ | Verlag: Oetinger

Cover:

Dieses ausdrucksstarke Cover ist eine Augenweide. Die Uhr, das Mädchen, die Stadt im Hintergrund, die Farben und Schnörkel – einfach alles. Der schwarze Hintergrund lässt das Buch edel und mysteriös erscheinen, aber auch das Buch unter dem Umschlag kann punkten, denn dieses ist im Gegensatz dazu, vollkommen in Weiß gehalten und zeigt nur eine große, tickende Uhr. Mir gefällt diese Gestaltung echt gut und ich mag besonders diesen Gegensatz aus Schwarz und Weiß.

Meine Meinung:

Ich habe den Klappentext gelesen und gleich an den Film mit Justin Timberlake gedacht. In Time heißt dieser und dort ist ebenso, wie hier in Everless, Zeit ein wichtiges Gut. Mit Zeit bezahlt man seinen Lebensunterhalt und seine Schulden und wenn diese aufgebraucht ist, erwartet einen nur noch der Tod. Bei Jules und ihrem Vater ist die Zeit immer knapp. Sie können kaum ihre Pacht bezahlen, geschweige denn sich etwas leisten. Aus diesem Grund beschließt Jules, zurück nach Everless zu gehen und dort als Dienstmädchen zu arbeiten, da der Lohn von einem Jahr pro Monat mehr als vielversprechend klingt. Jules ahnt allerdings nicht, dass sie schon bald zur Zielscheibe eines gut gehüteten Geheimnisses wird und das der Rat ihres Vaters Dann ergreif die Flucht nicht von ungefähr kam.

Zeit ist Geld ist in diesem Buch das zentrale Thema. Die reichen Bürger haben zu viel davon und die armen müssen um jede Minute kämpfen. Der Ansatz des Buches ist, wie man an meinem Vergleich mit dem Film In Time erkennen kann, nichts ganz Neues. Dennoch hat die Autorin hier eine eigene und gut durchdachte Geschichte entwickelt, hinter der (erst) auf den zweiten Blick so viel mehr steckt. Anfangs plätschert die Geschichte noch so vor sich hin, aber nach und nach entwickelt sich ein spannender Handlungsverlauf, in dem es nicht mehr nur um den Grundsatz Zeit ist Geld geht, sondern in dem die Zeit noch eine viel wichtigere und schockierende Bedeutung bekommt. Ich möchte ehrlich gesagt auch gar nicht so genau darauf eingehen, da die Spoilergefahr einfach zu groß ist. Ich kann nur so viel sagen: das Buch hält einige Wendungen und plot twists parat, mit denen ich definitiv nicht gerechnet habe. Gerade zum Ende hin wird es richtig spannend und eine erschreckende Enthüllung jagt die nächste.

Das Setting hat mir unheimlich gut gefallen, obwohl ich es doch schade fand, dass sich der Großteil der Story hinter den Schlossmauern abgespielt hat. Gerne hätte ich gesehen, wie das Leben innerhalb der Dörfer ist und wie die Leute dort mit der Zeit, ihrem kostbarsten Besitz, umgehen. Wird die Lebenszeit knapp, kann man sich Blut abzapfen lassen, um aus diesem Bluttalter herstellen zu lassen. Diese sind die einzige Währung und können zum einem zum Bezahlen und zum anderen zum Zeitspenden verwendet werden.

Der Schreibstil hat mir gut gefallen. Das Buch liest sich erstaunlich schnell und war innerhalb eines Nachmittages ausgelesen. Nichtsdestotrotz waren mir die Ausschweifungen und die vielen Details in den Szenen im Palast manchmal etwas zu viel. Ebenso hat mich der Mangel an Informationen gestört, denn die Autorin hat sich, wie man am Ende erfährt, eine ganz tolle und faszinierende Story ausgedacht. Leider muss man auf die wichtigen Details für meinen Geschmack zu lange warten, was den Handlungsfluss ein wenig ausgebremst hat.

Weiterhin sind mir die Charaktere zu blass und oberflächlich gewesen. Zu Jules konnte ich keine richtige Verbindung aufbauen und auch Lord Roan und die anderen Nebencharaktere haben mich eher weniger berührt. Jules Vater mochte ich dagegen wirklich gerne. Er war eine der wenigen Figuren, bei denen die Emotionen auf mich übergeschnappt sind. Und auch Liam hat mein Interesse geweckt. Das aber eher aus dem Grund, dass ich ihn bis zum Schluss nicht einschätzen konnte. Er wirkte mysteriös und undurchsichtig und ich bin echt gespannt, ob er in der Fortsetzung eine zentralere Rolle spielen wird.

Bewertung:

Die Idee, Zeit als Währung zu verwenden, finde ich irre spannend und gefährlich zugleich. Demnach konnte mich das Buch gerade deshalb schon fesseln. Blasse Charaktere und ein paar Durststrecken machen das Buch zu einem schönen, aber nicht perfekten Reihenauftakt.

 

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